NZ#25: Woche 3 – Dunedin und Otago Peninsula, Nugget Point, Slope Point, Orepuki, Te Anau und das Fjordland

25.11.18 – Irgendwo vor Queenstown.

Die dritte Woche bricht an und führt uns zum südlichsten Punkt Neuseelands, dann tief in das Fjordland im Südwesten hinein und weiter in Richtung Queenstown.

Winter in Dunedin

Montag, 11.11.18: Es hagelt. Und regnet. Und windet. Quasi schmilzt der windige Eisregen den Hagel zuvor. 2-3 Tage Schlechtwetterlage.

Warum wir hier so auf den Regen schauen? Regen an sich ist ja gar kein Problem. Aber hier im Süden kommt der Regen oft mit viel Wind und gewisser Kühle. Wenn dann das Wasser horizontal massiv gegen dich peitscht mit „viel Wasser“, ist das nicht mehr mit einem normalen „Münchner Regen“ zu vergleichen.

Da wird auch etabliertes Outdoorequipment mal auf die Probe gestellt und eventuell zeigt sich, dass die Plastikplane / Regencape für 10 $ aus dem Warehouse dichter und praktischer als die sündhaft teuren Superbrands aus der Outdoor-Marketing-Maschine. Oder zumindest pari, denn hübsch isses nicht.

Wir fahren in einem lichten Moment mit weniger Wasser hier in Dunedin downtown zur Baldwin Street – world’s steepest road. Die ist wirklich steil und da muss man nicht wohnen. Schon die Häuser anzusehen mit der schräg ausgleichenden Bauweise ist weird. Ein paar Jungs versuchen mit ihren Karren die Straße hochzufahren. Einer muss schalten kurz vorm Ziel und das Getriebe dankt es ihm gar nicht.

Otago Peninsula, Sandfly Bay und Hagelschauer

Weiter geht’s mit unserem Tagesausflug auf die nahegelegene Otago Peninsula vor Dunedin. Wir wollen ein paar Pinguine sehen. Super dafür soll die Sandfly Bay sein. Wir kommen an und wollen im leichten Niesel in zivil mal eben die 15 Minuten in die Bucht wandern. Wir schaffen es bis zur nahegelegenen Aussichtsplattform, die dann – mit uns – im Hagelschauer versinkt (sic!). Schweren Herzens noch ein Foto gemacht mit zu erahnenden Pinguinen, dann Flucht vor dem Hagel zum Camper zurück ;-). Einmal neu einkleiden, bitte. Es ist November!

Sandfly Bay auf der Otago Peninsula

Sandfly Bay auf der Otago Peninsula

Dem Wetter geschuldet gibt es neuseeländisches Ribeye am Abend – eine köstliche Wiedergutmachung.

Dienstag, 20.11.18: Nach Dunedin zieht es uns weiter in den Süden. Es soll noch diesen Tag und die halbe Nacht regnen, aber immerhin etwas besser werden.

Wir wollen den Kaka Point und den Nugget Point anschauen. Im Starkregen am Kaka Point entscheiden wir, die Nacht in der Nähe zu verbringen und morgen mit besserem Wetter wiederzukommen.

In Balclutha landen wir schließlich, entscheiden uns für eine Motelübernachtung. Wir ergattern das letzte Apartment in der Stadt, da viele Menschen nicht weiterreisen konnten wegen Überflutungen.

Word geht um, dass einige Straßen bereits gesperrt wurden wegen severe weather and flooding. Da hier alles irgendwo irgendwie einen Fluss hat und viele Felder sind, haben die massiven Regenfälle ihre Spuren hinterlassen. In der Tat sehen wir nun viele Seen, die vor ein paar Tagen noch Felder gewesen sein mögen.

Kaka Point und Nugget Point

Mittwoch, 21.11.18

Das Wetter ist tatsächlich besser am Morgen: sehr warm und kaum nass, Also Regen im Rahmen, zu ignorieren mittlerweile. Wie sich doch die Bemessungsgrundlage verschiebt…
Wir checken aus der Motor Lodge aus und nehmen ein typisches Frühstück in einem Kaffee: Pancakes mit Banana and Bacon :-).

Nach dem Fehlschlag gestern mit dem Kaka Point möchte ich trotzdem nicht darauf verzichten, vor allem auch Nugget Point zu erleben. Wegen Überschwemmungen müssen wir einen Umweg über ein weniger überschwemmtes Gebiet nehmen und kommen alsbald am Kaka Point an. Im Prinzip nur ein bisschen hübsche Aussicht und ein Strand.

Weiter zum Nugget Point: Von der Metaidee her wie die Moeraki Boulders, nur etwa 20 Nummern größer. Riesige Felsen (Nuggets) im Ozean vor dem östlichsten Punkt der Südinsel Neuseelands. Ich habe das Glück, allein dort zu sein. Extrem beeindruckend und ähnlich emotional wie Cape Reinga am nördlichsten Punkt NZs.

Nugget Point Neuseeland

Nugget Point mit den Nuggets vorgelagert

Weiter Richtung Süden besuchen wir einen sehr ästhetischen Wasserfall, den McLean Fall. Benannt nach meinem Namensvetter Alexander McLean, der Großes vollbrachte. Beeindruckend ist der kurze Weg dorthin (und auch die Fälle selbst): Ein Pfad wie durch den Urwald geschlagen, mit der ganzen Wildnis links und rechts. Sehr empfehlenswert und unerwartet schön.

Den restlichen Tag begleiten uns die letzten Ausläufer des Regens heute, zumindest laut Vorhersage. Aber es ist deutlich wärmer.

Freedom Camping #4: Wir wählen einen Platz ganz nahe der südlichsten Stelle der Südinsel (also des Neuseeländischen Festlandes), dem Slope Point. Wetter: windig mit leichtem Drizzle.

Freedom Camping irgendwo im Süden Neuseelands

Freedom Camping irgendwo im Süden Neuseelands

Beach nahe Slope Point
Nahe Slope Point

Slope Point: das südliche Ende der zivilisierten Welt

Donnerstag, 22.11.18

Nach einem Spaziergang am Morgen über die durch Ebbe freigelegte Ebene vor dem Platz fahren wir ein paar Kilometer zum Slope Point weiter.

Slope Point in Neuseeland

Slope Point

Ich bin allein an diesem Ort – Franzi kennt ihn schon und the little one schlief gerade im Camper. Ein bisschen unwirklich, hier zu stehen: näher am Südpol als am Äquator.

Ich habe ja ein Faible dafür: schon am Nordkap, also am richtigen Nordkap, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Wie auch in Norwegen ist das Wetter hier prima und klart im richtigen Moment auf.

Aussicht vom Slope Point in Neuseeland

Aussicht vom Slope Point

Nach dem Slope Point statten wir noch Waipapa und dem Leuchtturm und einer Bucht mit Seals einen Besuch ab. Leider hatten die Tierchen nicht so richtig Lust, sich am Strand zu wälzen.

Wir fahren mit kurzem Zwischenstopp für Vorräte in Invercargill weiter Richtung Fjordland. Wir übernachten in der Orepuki Tavern in Orepuki, ein sehr sehr kleiner Ort. Besonderheit: die Platzgebühr wird voll auf den Konsum in der Tavern angerechnet Den Blue Cod als Spezialität der Region und ein paar Bier lassen wir uns nicht entgehen.

Freitag, 23.11.18

Wir tauschen uns noch mit ein paar anderen Campern neben uns ein bisschen aus. Lenny und Maxi machen gerade ein paar Monate off nach dem Abi. Die Zeit rennt in der Tat nicht weg, der Arbeitsmarkt irgendwie auch nicht. Sehr nett und die Beiden werden wir am Beach nochmal treffen.

Kleinode am Gemstone Beach sammeln

Nach dem Checkout also fahren wir zum nahegelegenen Gemstone Beach. Dort soll es von farbigen Steinen wimmeln und es gilt als kleines Eldorado unter Sammlern. Aber auch der Strand an sich und die Küstenlinie von hier ist sehr sehr ansehnlich. Mit einem Stück Marmor (vgl. Marmorfund am Nordkap) in der Hand genießen wir den üblichen second flat white of the day im tollen Orepuki Beach Café.

Gemstone Beach

Gemstone Beach

Gemstone Beach #2

Gemstone Beach #2

Te Anau und das Fjordland im Südwesten

Next Stop ist weiter im Fjordland: wir bewegen uns immer mehr Richtung Doubtful und Milford Sound als Sackgasse hier im Südwesten und fahren bis Te Anau.
Hier kann man den Kepler Track gut starten; einer der Great Walks of New Zealand.

Wir wollen hier zwei Tage bleiben, um mal zu waschen, etwas Ruhe reinzubekommen und einen Teil des Kepler Tracks zu laufen.

Samstag, 24.11.18

Wir wollten mit dem Kepler Water Taxi eigentlich auf die andere Seite des Fjords übersetzen um dann von der Brod Bay die nur 3 Stunden zurück nach Te Anau zu wandern. Leider war die Schedule des Bootes missverständlich und wäre nur nach Anmeldung möglich gewesen nach dem Lunch. Stattdessen laufen wir ein paar Kilometer am Ausläufer des Fjords entlang und hocken am Beach und genießen das Panorama. Gibt Schlimmeres 😉

Lakeview in Te Anau
Lakeview in Te Anau

Sonntag, 25.11.18

Mit frischer Wäsche und frischen Tanks verlassen wir Te Anau und düsen Richtung Queenstown. Das ist ja immer so eine hiesige Frage: Milford oder nicht?

Wir haben uns letzlich gegen den naheliegenden Besuch des Milford Sound entschieden aus mehreren Gründen:

  • Fjordlandschaft und Fjordstraßen und Fjordpanoramen kennen wir extensiv aus vielen vielen Norwegenreisen
  • in Milford ist nicht viel zu tun außer, man will den Mehrtagestrack starten oder überteuerte Dienstleistungen nutzen
  • Wir haben einige negative / kritische Meinungen gehört (Touriort, nur Flugverkehr und Bootsverkehr ohne Ende..)
  • Nur für ein oder zwei Halbtageswanderungen wollten wir auch nicht 90 Minuten oneway bis zu The Divide fahren
  • Keine tollen Übernachtungsmöglichkeiten / freedom camping hinter Te Anau möglich

Also beschließen wir erstmal diese Seite des Fjordlandes. Auf dem Weg nach Queenstown halten wir kurz in dem Örtchen Kingston für ein Seepanorama, einige Sandfly-Bisse und ein Gespräch mit einem local Kiwi über Tourismus und Immigration (schon wieder..).

Freedom Camping #5: wir stehen an See etwa 20 Minuten südlich von Queenstown mit einem Mega-Panorama. Und ohne Sandflies!

Lakeview Freedom Camping kurz vor Queenstown
Freedom Camping mit Aussicht kurz vor Queenstown

Morgen beginnt mit einer Wanderung und Queenstown schon unsere vierte Woche hier. Unglaublich schnell vergeht die Zeit und unglaublich viel haben wir schon jetzt gesehen und erlebt. Ihr kennt das ja, wenn sich alles schon „so lang her“ anfühlt 😉

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