NZ#24: Woche 2 – Lake Tekapo, Lake Pukaki, Aoraki, Moeraki Boulders, Oamaru, Dunedin

Dunedin – 18.11.18.

Die zweite Woche in Neuseeland ist geprägt von viel Reisen und Bewegung (wie vermutlich auch die nächsten 5 Wochen). Wir lassen die erste Woche Auckland und Hauraki Gulf Region hinter uns und fliegen nach Christchurch. Da wartet unser Campervan für die kommenden knapp fünf Wochen.

Montag, 12.11.18: Wir verlassen unsere AirBnB-Hosts Emma und Regan am Vormittag. Sehr netter, kurzer Abschied, weil Emma irgendwo hin muss mit den vier Kids. Teacher strike ist gerade; die Lehrer wollen ein paar Tausend Dollar mehr Lohn und sind damit nicht zufrieden in den Verhandlungen mit dem Staat. Heißt auch: die Älteste ist daheim…

Wir hatten einen Mietwagen am Vortag in Auckland schon für den Piha-Trip geholt und düsen zum Airport. Das Domestic Terminal für Inlandsflüge ist etwas unübersichtlicher, wir haben aber nach allen Checks noch Zeit für flat whites und Mittagssnack. Der Flug ist top, das Wetter prima. In Christchurch fahren wir mit dem ÖPNV noch zum Motel für eine Nacht. Mit supergutem indischen Takeaway für unter 20$ und einem Besuch des Universitätscampus hier beschließen wir den Abend.

Unser Campervan

Dienstag, 13.11.18: Der Pickup vom Wendekreisen-Campervan ist wieder in der Nähe zum Flughafen, nicht weit mit ÖPNV. Wir frühstücken unterwegs (tolle Scones!) und holen die Kiste ab, bekommen ein kurzes Briefing und dann geht’s auch schon los. Noch schnell die Rucksäcke im Motel aufgesammelt und der #nzroadtrip startet.

Wendekreisen SAIC LDV80

Unser Wendekreisen SAIC LDV80 self contained

Unser erster Stop ist ein Holiday Park, der aber mehr eine Art Farmstay ist. Also Bauernhof-Camping, irgendwie. Bisschen strange Leute, aber trotzdem grundsätzlich nett. Das ist halt auch mal Neuseeland im Süden auf dem Land: konservativ, Immigrationsbedenken (gar kein Vergleich zu Europa), freundlicher, inhaltsbetonter Meinungsaustausch mit pride and honor-tätowiertem Campermate und eine kritischere Sicht auf die Nordinsel und besonders Auckland als ZitatEinfallstor der Seuchen, Drogen, Prostitution und Kriminalität“. Mein Eindruck: In einem Vergleich ein bisschen wie die Bürger der beiden früheren Deutschen Staaten, die nie das jeweils andere Deutschland besucht haben, aber eine Meinung…

Ansonsten dort aber viele Tiere, Streichelzoo, Wallabies in genehmigter Haltung (selten) und liebevoll aufgemachtes Gelände.

Farmstay

Farmstay

Tolle Lakefront am Lake Tekapo

Mittwoch, 14.11.18: Nach einer gediegenen Abreise mit Frühstück und bestem Wetter fahren wir zum Lake Tekapo. Das ist etwas ins Landesinnere und die Strecke gibt einen guten Eindruck vom Agrar-Neuseeland. Die Südinsel ist extrem agrarlastig. Tiere und Äcker und weites Land.

Lake Tekapo #1
Lake Tekapo
Lake Tekapo #2
Lake Tekapo #2
Lake Tekapo #3
Lake Tekapo #3

Am Lake Tekapo wandern wir ein bisschen rum und wundern uns etwas über die schieren Massen an asiatischen Touristen bei einer kleinen romantischen Steinkirche. Nicht, dass sie nicht hübsch wäre, aber da hat Europa sicher noch ein anderes Erbe an Bauwerken gemäß der Historie natürlich. Die Touri-Kollegen jedenfalls stehen darauf und ein Bild ohne Menschen ist nicht möglich (vgl. Neuschwanstein). Toller See.

Freedom Camping am Lake Pukaki

Wir machen noch einen kleinen Sprung weiter zum nächsten größeren See: Lake Pukaki. Umwerfend. Hier werden wir gleich im Sinne des Freedom Camping direkt am See die Nacht verbringen und auf den höchsten Gipfel NZs schauen, den Aoraki / Mount Cook. Bei der Ankunft halten wir mal schnell die Füße ins Wasser, für mehr reicht es aber noch nicht – das Wasser ist wohl noch einstellig…

Lake Pukaki and Aoraki panorama

Freedom Camping with a view am Lake Pukaki und dem Aoraki im Hintergrund

Freedom Camping heißt letztlich, dass es keine besonderen Facilities wie fließendes Wasser oder Recycling o.ä. gibt. Daher nur zugelassen für Campervans, die das offizielle „selc-contained“-Label bekommen haben. Bedeutet: geschlossene Kreisläufe (Wasser, Abwasser, WC, Müll) und nichts verlässt das Auto. Leave nothing but footsteps. Hier wird jedem schnell klar, warum diese Natur nur schützenswert sein kann.

Während der Aoraki über uns thront

Donnerstag, 15.11.18: Wir reisen nach einem Frühstück in der Sonne mit dieser unglaublichen Aussicht weiter. Kurzer Stop und einen halben Pukaki-Lachs für einen lächerlichen Preis mitgenommen. Besticht durch die Herstellung in fließenden Farmen eines Flusses weit oben Richtung Aoraki.

Dann Weiterfahrt Richtung Aoraki. Wir müssen viel näher ran. Das Regenradar sagt allerdings für die nächsten Tage schwieriges Wetter an. Sowieso schauen wir hinsichtlich Wetter nur auf den Modellforecast von metservice.com für Regen. Die Temperaturen sind fast egal, daran haben wir uns schon gewöhnt. Wobei die sich bisher zwischen 16 und 22 Grad im sehr humanen Bereich bewegt haben.

Freedom Camping #2: Wir erreichen die DOC Campingsite im Örtchen Mount Cook nach Lunchtime und suchen uns einen Platz. Nach einem Abstecher ins Mountaineer Café für die tägliche Ladung Flat White wollen wir noch wandern. Die i-Site ( Informationszentrum) ist sehr gut und ein Ranger bestätigt unser Vorhaben. Wir starten (nachdem das Kind ausgeschlafen hat) den Hooker Valley Track. der zum Gletschersee einer der Gletscherzungen führt. Eigentlich auf drei Stunden angesetzt, schaffen wir das mit 10 Kilo extra auf dem Rücken noch etwas schneller. Der Track führt über drei Hängebrücken und ein paar Holzstege durch Graswiesen. Extrem windig, aber wirklich der schönste Track für einen Nachmittag dort. Es gibt auch noch kürzere Mini-Hikes und auch Hüttenwanderungen (mit ÜN), die aber Anmeldung benötigen.

Bericht zur Hooker Valley-Wanderung lesen >

Aoraki - Mount Cook

Nebengipfel des Aoraki – Mount Cook

Aoraki - Mount Cook
Aoraki / Mount Cook aus dem Hooker Valley
Aoraki - Mount Cook am Gletschersee / Hooker Valley
Aoraki – Mount Cook am Gletschersee / Hooker Valley

Abends als Schmankerl vertilgen wir den Super-Lachs – und er war wirklich toll (zubereitet ;-)). Erinnert mich an den Wildfang vor 15 Jahren in Norwegen. Geschmack, den man nicht vergisst und der Erinnerungen hervorruft – ein Highlight!

Freitag, 16.11.18: Wir verlassen die Region Aoraki schon wieder. Ein toller Berg ist es. Mit gut 3700 Metern etwas höher als die Zugspitze aber um einiges charismatischer und schöner, majestätischer, und auch von der Struktur her, der Einrahmung, der Massivität. Liegt vielleicht auch daran, dass die Zugspitze nur noch ein Tourismusgebiet und durch kaputte Mega-Seilbahnen in den Schlagzeilen ist und hier deutlich mehr Natur aus alles Poren schreit.

Wir fahren im Uhrzeigersinn auf der Südinsel weiter durch die Landesmitte Richtung Dunedin. Wir passieren dabei die Stauseen und Staumauern Lake Aviemore und Lake Waitaki (viel Hydroelektrizität) und fahren entlang dem Waitaki River wieder Richtung East Coast.

Elephant Rocks auf dem Weg nach Dunedin

Einen Abstecher zu den den Elephant Rocks lassen wir uns auf dem Weg nicht nehmen. Steinformationen, die an Elefanten und auch andere Tiere erinnern sollen. Umrahmt von Schafen, vielen Schafen. Sowieso gibt es viele Schafe auf der Südinsel, schon klar. Aber es sind wirklich (!) viele Schaafe und Lämmer. War am Morgen das Wetter noch top (also grau, aber trocken > ergo kurze Hose und Flip Flops) beginnt langsam der Regen.

Elephant Rocks in Neuseeland

Einige der Elephant Rocks

Der Forecast scheint zu treffen und die Temperaturen sinken rapide. Wir fahren im Regen weiter und entscheiden uns heute für eine powered campsite (also mit Strom) im Waitaki River Motor Camp.

Wir konnten der Nässe etwas davonfahren, daher nieselt es nur ab und zu – aber der Regen wird kommen. Das Camp ist hübsch aufbereitet, gepflegt, hat aber ein paar Regeln zu viel. Zugangscodes für alle Türen, dieses beachten, jenes beachten, kurz duschen, wenn überhaupt, WLAN bis halb neun morgens…Ich bezweifle, dass antiautoritäre oder unsoziale Naturen sich davon einfangen lassen. Ja mei.

Moeraki Boulders und das überraschende Oamaru

Samstag, 17.11.18: Zurück an der East Coast erwartet und heute mindestens ein Highlight in unserer wenig vorhandenen Planung: die Moeraki Boulders. Das Wetter ist so medium aber wir erwischen eine kurze Zwischenphase mit Gräue (?) und nur Niesel.

Erstmal halten wir in Oamaru, ein kleines Städtchen an der Ostküste.Wir geraten mitten in ein viktorianisches Stadtteilfest: Alle sind extrem verkleidet, Geschäfte im viktorianischen Stil, der Habitus der Personen miteinander etc. Scheint sowas wie „in Tracht laufen“ hier zu sein. Mal wieder sehr guten Kaffee finde ich im Brauereigebäude in der Nähe des Hafens. Oamaru hat mehrere Brauereien – einige haben ganz bewusst der Prohibition um 1905 getrotzt und im Undeground weiter gebraut. Schade, dass es noch Vormittag ist ;-).

Wir strollen ein bisschen rum durch die viktorianischen Straßenzüge und offensichtlich ist Oamaru auch ein Zentrum des Steampunks. Hier gibt es das Steampunk HQ, einige Installationen, Ausstellungen etc.. Sehr überraschend und wir entdecken durchaus auch einige Personen, die im Alltag den Stil tragen.

Kurzer Abstecher zur Pinguinsiedlung, aus der Ferne sehen wir ein paar. Wollen aber keinen Eintritt zahlen um tagsüber die blue-eyed penguins in unnatürlicher Brutstätte / Behausung zu sehen. Pinguine müssen natürlich möglich sein. Wir sind ja noch ein paar Wochen in Neuseeland.

Zurück am Camper ist es jetzt doch schon etwas später, so dass sich in der Brauerei nebenan ein Smokey Joe IPA anbietet und ein paar House Fries als schneller Snack. Die Portionen sind hier fast landesweit in allen Roadside Cafés, Brauereien etc. so üppig, dass eine Portion locker für zwei reicht. Value for money, klar.

Oamaru hat uns also länger positiv beschäftigt als geplant, was immer ein gutes Zeichen ist. Für Kids gibt es auch einen riesigen, sehr gut gemachten Themenspielplatz am Hafen (mit Café für Eltern und Nicht-Eltern und Blick aufs Meer).

Weiter also zu den Moeraki Boulders.

Die Boulder sind wirklich toll. Eine Stätte, die ein bisschen unwirklich scheint. Könnte man glauben, ein höheres Wesen schnippst Murmeln vor die Küste und ein paar zerbrechen.

Moeraki Boulders

Moeraki Boulders

Moeraki Boulders Panorama
Das Bild hinter dem Bild…

Als wir dort waren, waren bereits wahrnehmbar viele asiatische Touristen vor Ort. Natürlich will ich gern ein nettes Foto mitnehmen als Erinnerung. Das ist aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit der Anderen allerdings heute eher schwierig und benötigt Geduld und flexible Motivfindung. Gab es schonmal am Lake Tekapo bei einem beliebten Kirchenmotiv (romantische Steinkirche auf kleinem Hügel – s.o.).

Freedom Camping für die Strandsehnsucht

Wir fahren weiter und suchen uns ein Freedom Camping #3 in der Warrington Domain. Unglaublich schön gelegen mit 2 Minuten zum Strand ist das ein Fleckchen zum Verlieben. Hier willst du eigentlich länger bleiben. Wir genießen den Strand, das Wolkenspiel, Licht und Schatten. Später wird es reichlich windig und kühl und der große Regen ist bald da – eine erste kleine Front kam ja schon durch.

Warrington Domain Beach

Freedom Camping am Warrington Domain Beach

Dunedin Calling

Sonntag, 18.11.18: Dunedin. Nachdem es die Nacht weitgehend durchgeregnet hat und die Campsite wegen Überflutung teils gesperrt wird bei unserer Reise, nehmen wir den Regenforecast, wie er ist und fahren erstmal nach Dunedin weiter. Die i-Site hat auch Sonntags lang offen und wir orientieren uns ein bisschen und wollen zwei Nächte bleiben.

Check-In bei dem Leith Valley Holiday Park and Motels. Wir nutzen die wenigen Stunden mit nur Nieselregen bzw. Regenböen um das Zentrum zu erkunden, ein paar Gebäude anzusehen, in einem Restaurant / Bar / Café einen Super-Crumble und ein lokales Craft Beer zu vertilgen (!!!) und uns über die starke Street Art-Szene mit 20+ Graffiti an diversen Häuserwänden usw. verteilt über die gesamte Stadt, aufzuschlauen.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s