NZ#17: Tongariro Crossing

National Park Village – 12.1.15. Nachdem wir Wellington schon wieder verlassen haben, ging es nun ins Zentralplateau der Nordinsel.

Hmmm, was könnte uns da wohl erwarten in einem Land mit sehr aktivem Untergrund?

Richtig, der nächste Vulkan.
Um genau zu sein, ging es heut früh 7.15 Uhr aus dem National Backpackers YHA (das wohl vorrangig für den Zweck des Walks mitten im nowhere liegt und sehr einfach daher kommt, richtig Gemütlichkeit kommt da nicht auf – Rating 2-/5) per Shuttle (30 Dollar extra) los. Den sollte man sich unbedingt irgendwie organisieren, denn man kommt 20km vom Startpunkt des Tracks an – und 30 Kilometer vom Hostel. Und in einem Nationalpark gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel! Und kein Countdown, Pak’n’Save oder New World: vorher genug einkaufen, denn sonst droht euch der richtig teure und schlechte 4Square neben dem Hostel (oder min. 35 km fahren).

Einmal ist keinmal – bist du Vulkanier?

Bei wieder mal bestem Wetter geht es die erste Stunde doch relativ gemütlich vom Parkplatz Mangatepopo mit dem Cross los. Ein kurzes Frühstück an den Soda Springs sorgte mit der energiereichen Peanutbutter für den doch flotten Aufstieg bis zum ersten Sattel, der ziemlich bequem über einige Treppen und Anstiege verläuft. Langsam verschwinden dabei die Gräser, und die Gesteinslandschaft und Menschen nehmen zu (der Cross gehört zu den beliebtesten Walks auf der Nordinsel).

Oben angekommen, guckt man stolz zurück auf die ersten geschafften Kilometer ins Tal. Vor einem, um genauer zu sein, rechts liegt die Entscheidung, den Mt. Ngauruhoe zu besteigen. 3h zusätzlich, ja oder nein?! Wir entscheiden uns dafür und auch die Warnampeln für geoaktive Messungen zeigen grün und somit keine besondere Eruptionsgefahr.

Wir nähern uns langsam dem Vulkan auf geschwungenen Pfaden durch Geröll bevor wir wieder vor dem steilen Grat mit Kiesel, Sand und Steinen stehen. Dass dieser Anstieg nicht gerade der Einfachste ist und man sich teilweise nur auf allen Vieren vorwärts bewegen kann und doch immer wieder abrutscht, kannten wir ja nun schon von unserem Taranaki. Hier kam noch dazu, dass plötzlich von links weißer Dampf aufstieg und es leicht nach Schwefel roch.

Irgendwie schafften wir auch diesen Anstieg und nach einem letzten verbliebenen Schneefeld für diesen Sommer und einer weiteren Stunde erreichten wir den Krater. Und was soll ich sagen: es ist einfach beeindruckend. Der Krater mit seinem rötlichen-grauen Gestein, der weiße Ruapehu im Hintergrund, das gelblich-sandige Kratertal und die Wolken, die inzwischen unter uns weiterzogen…

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Mt. Ngaurohoe

Downhill den Vulkan runterrutschen

Runter ging’s, wie schon am Taranaki geübt, den Schotter entlang rutschen. Ganze Sandkästen landen dabei in den Schuhen und die Muskeln freuen sich. Auch das ist anstrengend aber der schnellste und effektivste Weg nach unten.

Nach einem kurzen Mittagsbreak ging es dann durch den wüstenartigen Sattel und wieder hoch. Hier erwartete uns abermals ein einzigartiger Ausblick auf dunkelrote Gesteinswände.

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Weiter geht’s und nach einem kurzen Aufstieg ging es dann doch wieder sehr abrupt runter. Nochmal war mehr rutschen und mit den Schuhen bremsen angesagt. Neben uns tauchten hier die Emeraldseen auf. Was auch immer in deren Wasser ist, sie strahlen türkis-grün. Lang kann man aber dort nicht verweilen, es sei denn man findet Schwefelwasserstoffgeruch entspannend – faule Eier, Baby.

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Den Mt. Tongario lassen wir auch bildlich links liegen, denn dieser Nebentrack würde noch einmal 1,5h Stunden zusätzlich bedeuten. Zeitlich müssen wir hier unserem Rückshuttle den Vorrang geben und unsere Beine danken es uns auch, denn vor uns liegt noch eine Strecke von 2,5 Stunden.

Vorbei am Lake Blue geht es endlich wieder abwärts. Gemächlich, aber dennoch fühlt man sich etwas unwohl, durch ein vulkanisch aktives Gebiet zu maschieren, in dem jetzt immer mehr weiße dampfende Gebiete auftauchen. Die zahlreichen Warnschilder beruhigen dabei nicht wirklich.

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Nach etwa einer Stunde durch alpine Graslandschaft und auf sicheren Serpentinen erreichen wir das letzte Hut. Letzte Trinkpause für die letzten sieben Kilometer. Und obwohl sich die Landschaft noch einmal von Steppe in einen farnenreichen Wald ändert, sind diese Kilometer doch die zähsten.

Völlig staubig, dreckig und kaputt kommen wir um 16.25 Uhr am Carpark an. Das Bier, das wir über die ca. 25 Km mitgetragen haben, noch leicht kühl, schmeckt hier einfach großartig. Und es passt, es ist ein Speight’s Summit.

Alex‘ Schuhe haben nach 16 Jahren, unzähligen Gipfeln, Millionen Wanderkilometern und lebensgefährlichen Abenteuern dann auch das Zeitliche gesegnet:

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Facts:
Tourlänge gesamt inkl. Summit Mt. Ngauruhoe: ca. 25 Kilometer
Reine Gehzeit Abzweig bis Summit Mt. Ngauruhoe: 1:10 Stunden
Reine Gehzeit ab/bis Abzweig für Mt. Ngauruhoe gesamt: 1:50 Stunden
Reine Gehzeit Tour gesamt inkl. Summit: 7:15 Stunden
Gesamtdauer inkl. Summit und Pausen: 8:25 Stunden

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