Wandern auf dem Besseggen-Grat

Gjendesheim. Auf dem Besseggen zu wandern, ist beliebt: gut 30.000 Wanderer kommen jedes Jahr hierher, um eine der schönsten Touren in Norwegen und vermutlich weltweit überhaupt zu gehen. Entsprechend überlaufen kann es am Wochenende auch sein: in Kette gehen ist wohl keine Seltenheit. Empfehlenswert ist also die Begehung an einem Wochentag. Dieser Donnerstag (22.07.) schickt sich gut an: kein Regen, 16°  unten in Gjendesheim und wenig Wolken – wahrlich traumhaft. Zumal ja 16° Luft hier oben wesentlich stärker wärmen als in Deutschland. Mit Sonne im Nacken kann das schon schweißtreibend sein.

GJENDESHEIM – MEMURUBU

Wir laufen die Tour von Gjendesheim nach Memurubu, also in Gegenrichtung. Der Aufstieg anfangs ist knackig, das ist aber zu empfehlen und macht auch mehr Spaß, weil wir die Gipfel in Jotunheimen Richtung Westen immer vor uns im Blick haben. Die Sicht nach Osten bietet nicht so wahnsinnig viel.

Die Strecke lässt uns staunen über wirklich fantastische Ausblicke auf den türkisfarbenen See Gjende, der vom Schmelzwasser, das sandig-feines Steinmehl mitführt, so hell gefärbt wird. Hier ein Bild einer Flussmündung:

Die Tour führt uns bis auf 1740 Meter und oben ist es wirklich kalt. Zwar scheint die Sonne, aber speziell auf dem Grat wäre teilweise sogar eine Skimaske angebracht gewesen. Meinen Berechnungen nach hatten wir ganz oben im starken Wind etwa -14 Grad gefühlte Temperatur. Wirklich ungeschützt ist man aber nur ein paar hundert Meter und zwischendurch windet es an einigen Stellen nochmal etwas:

Interessant ist die Kletterpassage hinunter vom Hauptgrat. Aus unserer Richtung mussten wir absteigen, aber alles ungesichert. Im Vergleich mit den hiesigen Klettersteigen in Deutschland war das schon etwas riskanter, wenn man nicht besonders trittsicher ist – besonders bei Windböen. Ein Fuß daneben gesetzt und es wird ein Badeurlaub im See ein paar hundert Meter tiefer… Aber das ist ja das besondere an Norwegen generell: kaum Einschränkungen, Vertrauen auf den gesunden Menschenverstand und die eigene Verantwortung. Toll.

Insgesamt ist diese Tour also unbedingt zu empfehlen. Angesetzt ist sie mit acht Stunden (das ist aber die touristenfreundliche Angabe – da muss man schon schlafen unterwegs oder richtig schlechtes Wetter haben);  inkl. Pause können einigermaßen trainierte Trekker die Strecke auch schneller schaffen. Wir sind laut GPS-Aufzeichnung die 13,59 Kilometer in 4:14 h gelaufen, dazu kommt eine gute Stunde Standzeit – wir hatten lecker und ausgiebig gefrühstückt auf dem Hügel:

Für den Weg zurück, wenn die Wanderung nicht weiter durch Jotunheimen gehen soll, könnt ihr das Boot nehmen oder – wenn ihr zu spät dran seid – auch schnell die vier Stunden (Touri-Angabe) Pfad am Ufer des Gjendes zurücklaufen.

Mehr wissen:  Fahrplan des Gjendebootes. Wetter auf dem Besseggengrat.


Mehr staunen: Bilder, Bilder, Bilder.

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3 Gedanken zu “Wandern auf dem Besseggen-Grat

  1. Toller Artikel und fantastische Fotos. Wenn ich mal wieder etwas mehr Zeit habe, dann heißt mein nächster Trip bestimmt „Besseggen-Grat“ …

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